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Einige Ansprüche gelten nun über den Tod hinaus

Einige Ansprüche gelten nun über den Tod hinaus

Bisher galt: Erstattungsansprüche gegenüber der Pflegeversicherung erlöschen mit dem Tod des versicherten Pflegebedürftigen. Das betraf beispielsweise

  • Kosten für eine Verhinderungspflege durch einen Pflegedienst oder durch Angehörige,
  • die Kosten für Entlastungsleistungen,
  • zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, oder
  • Kosten für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Die Rechtsnachfolger oder Erben konnten diese vorfinanzierten Leistungen nach dem Tod der pflegebedürftigen Person nicht erstattet bekommen. Mit der Neuregelung wird erreicht, dass Kostenerstattungsansprüche nach dem Tod des Versicherten bestehen bleiben und innerhalb von zwölf Monaten geltend gemacht werden können. Mit der Gesetzesänderung haben die Familien nun mehr Zeit, die Erstattung bei der Pflegekasse einzufordern.

Das bedeutet, dass die Erstattung von bereits eingetretenen Kosten, die zum Beispiel von dem betroffenen Versicherten vorgestreckt wurden, auch noch nach dessen Tod von den Erben bei der Pflegekasse eingefordert werden können.

Selbstverständlich muss die Leistung allerdings vor dem Tode erbracht worden sein: Zum Beispiel, wenn die Verhinderungspflege oder die Betreuung durch einen Anbieter in Anspruch genommen wurde, aber die Rechnung erst nach dem Tod bei der Pflegekasse eingereicht wird. Oder der Wohnungsumbau hat bereits stattgefunden, aber der Versicherte verstirbt, bevor die Rechnung eingereicht werden konnte.

Quelle: www.verbraucherzentrale.de

Veröffentlich am: 27.04.2022
Rubrik: Gesetz